Der Sozialsektor erfährt unter Euphemismen wie Qualitätsicherung, Neue Steuerungsmodelle, Effizienzsteigerung und weiteren, zunehmend eine Vermarktwirtschaftlichung. Auch soziale Einrichtungen konkurrieren heute um jeden Euro, ganz nach dem Motto „Wer machts billiger und passt sich den gesellschaftlichen Erwartungen besser an?“ Soziale Probleme werden zunehmend individualisiert, wie beispielsweise am Prinzip „Fördern und Fordern“ im SGB II zu erkennen ist. Dabei werden die gesellschaftlichen Verursachungszusammenhänge dieser Probleme ignoriert. Auch die gängige Praxis der Sozialen Arbeit „behandelt“ nur die „Symptome“ sozialer Probleme, unterwirft sich den herrschenden Verhältnissen und stabilisiert sie durch ihre integrierende Praxis gegenüber Ausgegrenzten.
Kritische Soziale Arbeit möchte sich dem entgegenstellen. Sie sieht die Verursachung sozialer Probleme nicht zuletzt in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, und sucht nach Alternativen zur etablierten Sozialen Arbeit, mit denen nicht mehr die Klient_Innen primär an die gesellschaftlichen Verhältnisse angepasst werden, sondern auch letztgenannte zum Gegenstand der Kritik und verändert werden sollen.
Um dieses Ziel zu erreichen, versucht kritische Soziale Arbeit eine selbstbestimmte Praxis zu schaffen und engagiert sich auch politisch.